You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die Natur war schon immer ein integraler Bestandteil unserer Existenz; mit wachsender Dringlichkeit sind wir heute gezwungen, unsere Annahmen über diese Verbindung zu überdenken. Individuelle Reaktionen auf die Umwelt werden nicht nur von der soziokulturellen Umgebung beeinflusst, sondern auch von der eigenen inneren Welt, insbesondere davon, ob die eigenen inneren Objekte als irreparabel beschädigt oder als potenziell zu retten gesehen werden. Übermäßige Schuldgefühle für destruktive Impulse können die Fähigkeit einschränken, die individuelle Verantwortung für die aktuelle Situation zu erkennen, ohne das Gewicht des ökologischen Fußabdrucks zu dramatisieren. Es können wahnhafte Lösungen eingegangen werden, die Extremformen von Engagement aufwerten sollen. Der Film First Reformed veranschaulicht den scheinbar gegensätzlichen Umgang mit dem Planeten: rücksichtslose Ausbeutung durch einen Industriellen und ein leidenschaftlicher Kampf gegen die Umweltzerstörung zu wirtschaftlichen Zwecken. Wir untersuchen die Dynamik des psychischen Zustands, der zu einer eingeschränkten Wahrnehmung und einem Mangel an konstruktiver Handlungsfähigkeit in Bezug auf die Umweltkrise führt. Wir stellen eine alternative Konzeptualisierung für den Platz der Natur im psychischen Gleichgewicht des Menschen vor und machen deutlich, dass eine stärker integrierte Beziehung zur Umwelt ein fürsorgliches, bewahrendes Handeln für die Natur und für uns selbst erleichtern kann.