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Für die Psychoanalyse ist Identität ein paradoxer Ausdruck, da sie ja gerade Wert auf das Werden legt, die Dezentrierung von Subjektivität und Vermeidung von starren Identifizierungen. Es gibt kein festes Verständnis metapsychologischer Begriffe und von Behandlungstechniken oder der Beziehung zwischen Theorie und Praxis. Die Entwicklung der Psychoanalyse in Asien löst sowohl bei westlichen als auch bei östlichen Psychoanalytiker*innen Verwunderung und Ängste aus. Westliche Psychoanalytiker*innen sind bei der Definition psychoanalytischer Identität über die Bedrohung westlicher Ideale und Haltungen besorgt. Östliche Psychoanalytiker*innen bezweifeln, ob in einer westlichen Psychoanalyse genügend Raum für die Konzeption östlicher Subjektivität ist, oder ob sich die koloniale Alterisierung wiederholt. Ich behaupte, dass es einen Identitätsfaden gibt, der die psychoanalytische Haltung und Einstellung enthält. Diese Einstellung ist mit Bions Gedanken der Passion und Kristevas Begriff des Sich-Überlassens (reliance) verbunden. Chetrit-Vatine hat diese Ideen erweitert; sie betont die Bedeutung einer rezeptiven und ethischen Einstellung für Psychoanalytiker*innen.