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In »Die Beziehung zwischen dem Geistigen und dem Leibseelischen« erfindet Winnicott ein neues psychosomatisches Konzept. Er betrachtet das Psychosomatische als einen Schatz an Erfahrungen, der weder im Körper noch im Gehirn noch irgendwo sonst verortet ist. Im gesunden Zustand wird Psyche verstanden als die Vorstellungstätigkeit von geistig-seelischen Prozessen, Soma als Erfahrung leiblicher Realität und Lebendigkeit. Winnicott stellt die klinische Arbeit mit einer Patientin dar, die sich selbst als nicht real erlebt. Er beschreibt einen kritischen Moment in der Analyse, an dem es nur das somatische Funktionieren der Patientin gibt, und an dem Winnicott dadurch, dass er seinen eigenen Atem spürt und die Patientin atmen sieht, weiß, dass sie lebt. Von diesem Punkt an wird ihr zunehmend möglich, ihr Atmen (Soma) und ihr Sich-Vorstellen (Psyche) als real, lebendig und als ihr zugehörig zu erleben.
Zu den Konzepten, auf die Winnicott anspielt und die ich entwickle, gehören (1) der Gedanke, dass Winnicott in seiner klinischen Arbeit nicht nur mit der Patientin eine Erfahrung macht, sondern diese Erfahrung auch mit einer unausgesprochenen Bedeutungsstruktur versieht, und beides nicht voneinander zu trennen ist; (2) der Gedanke, dass Winnicott eine Reihe von Begriffen und eine Denkweise einführt, die unabhängig von der Unterscheidung von Bewusstsein und Unbewusstem (Freuds topografischem Modell) sind. Zu diesen Begriffen gehören Lebendigkeit und Leblosigkeit, Wirklichkeit und Unwirklichkeit, Sein und Zusammenbruch des Seins.