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Jedes Jahr findet in Köln ein großes Designfestival statt, das »Passagen« heißt und den State of the Art der internationalen Szene zeigen will. Auch unser jährlich erscheinender Band mit ausgewählten und übersetzten Beiträgen aus dem International Journal of Psychoanalysis versucht, den State of the Art abzubilden. Dabei ist die Psychoanalyse anders als die Ding-Welt der konkreten Inneneinrichtung selbst vor allem Prozess, von jeher beschäftigt mit Flüssen, Strömungen und Umleitungen, Einfällen, Ausfällen und Zufällen, Übertragungen, Übergangsphänomenen und Übersetzungen.
Vermutlich haben die urbanen Passagen, überdachte Gänge einer Straße mit zahlreichen Läden, dem Kölner Designfestival seinen Namen gegeben. Passagen sind Ort und Geschehen zugleich. Die Pariser Passagen hat Walter Benjamin in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts durchstreift und flanierend philosophische Betrachtungen angestellt. In Analysen wird zentral, was en passant gesagt wird, da es möglicherweise, wenn man es nicht verpasst, auf eine verborgene Passion hinweist. Passagen sind Veränderungen, manchmal unbewusste persönliche, manchmal gesellschaftliche, die, wenn ihre Übersetzung nicht gelingt, in eine passage à l'acte münden können: Es passiert!
2006 erschien zum ersten Mal ein Jahrbuch deutscher Übersetzungen aus dem International Journal, von Gabriele Junkers herausgegeben. Eigentlich sind bei der Internationalen Psychoanalyse die Passagen zwischen den Sprachen, Generationen und psychoanalytischen Kulturen schon immer Programm gewesen – für den hier vorliegenden 20. Band von Internationale Psychoanalyse haben wir sie nun im Haupttitel benannt. Damit möchten wir die drei thematischen Abschnitte des Bandes einführen: zunächst psychoanalytische Erkundungen aktueller und bereits Geschichte gewordener Prozesse, die unsere gegenwärtige Situation beleuchten, dann Reflexionen über die Weiterentwicklung psychoanalytischer Theorie, und zuletzt das persönliche Leben und die Sterblichkeit, die die Arbei