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Der Autor stellt die Hypothese auf, dass Freud mit der Einführung seiner Konzepte des Agierens und des Zwanges zur Wiederholung in seinem 1914 erschienenen Aufsatz »Erinnern, Wiederholen und Durcharbeiten« einer klinischen Intuition folgte, die man heute als eine neue Theorie der psychischen Entwicklung und eine neue Vision der psychoanalytischen Technik beschreiben könnte. Es wird postuliert, dass diese Ansätze im Freud'schen Theoriegebäude im Status einer privaten, impliziten Theorie verblieben und erst nach Jahrzehnten von der analytischen Bewegung aufgegriffen wurden. Eine erneute Lektüre dieses Textes legt nahe, dass Freud von einer Psyche ausging, die Erinnerungsregister früher Erfahrungen enthält, die dem Patienten nie bewusst waren. Diese Erfahrungen können im Nachhinein erkannt, verarbeitet und transformiert werden, wenn sie innerhalb des Rahmens agiert werden. Der Autor schlägt vor, dass »enactment« der Königsweg für den Zugang zu den intrasubjektiven Registrierungen der frühen intersubjektiven Interaktionen ist, die er zuvor als psychische Gesten bezeichnet hat. Er geht davon aus, dass bestimmte psychische Gesten des Analysanden zu psychischen Gesten des analytischen Paares werden, die gemeinsam im Feld von Übertragung und Gegenübertragung in Szene gesetzt werden. Um sich von diesem relationalen Skript der Psyche des Patienten zu lösen, ist ein kontinuierliches Durcharbeiten des Paares nötig, als Ausgangspunkt für die Koproduktion von etwas Neuem und bisher Unbekanntem.