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Meine seit dem Jahre 1893 fortgesetzten Untersuchungen über die Ätio-logie und den psychischen Mechanismus der neurotischen Erkrankungen, die anfänglich nur geringe Beachtung bei den Fachgenossen gefunden hatten, sind endlich zur Anerkennung von seiten einer Anzahl von ärztlichen Forschern gelangt und haben auch die Aufmerksamkeit auf das psychoanalytische Untersuchungs- und Heilverfahren gelenkt, dessen Anwendung ich meine Ergebnisse verdanke. Herr Dr. W. Stekel, einer der ersten Kollegen, die ich in die Kenntnis der Psychoanalyse einführen konnte, und gegenwärtig selbst durch vieljährige Ausübung mit deren Technik vertraut, unternimmt es nun, ein Kapitel aus der Klinik dieser Neurosen auf Grund meiner Anschauungen zu bearbeiten und seine mit der psychoanalytischen Methode gewonnenen Erfahrungen für ärztliche Leser darzustellen. Wenn ich in dem eben dargelegten Sinne bereitwillig die Verantwortung für seine Arbeit übernehme, so scheint es doch billig, daß ich ausdrücklich erkläre, mein direkter Einfluß auf das vorliegende Buch über die nervösen Angstzustände sei ein sehr geringer gewesen. Die Beobachtungen und alle Einzelheiten der Auffassung und Deutung sind sein Eigentum; nur die Bezeichnung “Angsthysterie” geht auf meinen Vorschlag zurück.
Ich darf sagen, daß Dr. Stekels Werk auf reicher Erfahrung fußt, und daß es dazu bestimmt ist, andere Ärzte anzuregen, unsere Ansichten über die Ätiologie dieser Zustände durch eigene Bemühung zu bestätigen. Es eröffnet oft unerwartete Einblicke in die Wirklichkeiten des Lebens, die