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Ich überschreite gewiß die gebräuchliche Wortbedeutung, wenn ich das Interesse des Sprachforschers für die Psychoanalyse postuliere. Unter Sprache muß hier nicht bloß der Ausdruck von Gedanken in Worten, sondern auch die Gebärdensprache und jede andere Art von Ausdruck seelischer Tätigkeit, wie die Schrift, verstanden werden. Dann aber darf man geltend machen, daß die Deutungen der Psychoanalyse zunächst Übersetzungen aus einer uns fremden Ausdrucksweise in die unserem Denken vertraute sind. Wenn wir einen Traum deuten, so übersetzen wir bloß einen gewissen Gedankeninhalt (die latenten Traumgedanken) aus der “Sprache des Traumes” in die unseres Wachlebens. Man lernt dabei die Eigentümlichkeiten dieser Traumsprache kennen und gewinnt den Eindruck, daß sie einem in hohem Grade archaischen Ausdruckssystem angehört. So z. B. wird die Negation in der Sprache des Traumes niemals besonders bezeichnet. Gegensätze vertreten einander im Trauminhalt und werden durch dasselbe Element dargestellt. Oder, wie man auch sagen kann: in der Traumsprache sind die Begriffe noch ambivalent, vereinigen in sich entgegengesetzte Bedeutungen, wie es nach den Annahmen der Sprachforscher bei den ältesten