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Unter den ersten Nachrichten, die mit dem Nachlaß der Absperrung aus den angelsächsischen Ländern zu uns gedrungen sind, befindet sich die schmerzliche Kunde vom Ableben Putnams, des Präsidenten der großen panamerikanischen psychoanalytischen Gruppe. Er wurde über zweiundsiebzig Jahre alt, blieb geistesfrisch bis zum Ende und fand einen sanften Tod durch Herzlähmung während des Schlafes im November 1918. Putnam, bis vor wenigen Jahren Professor der Neuropathologie an der Harvard-Universität in Boston, war die große Stütze der Psychoanalyse in Amerika. Seine zahlreichen theoretischen Arbeiten (von denen einige zuerst in der Internationalen Zeitschrift erschienen sind) haben durch ihre Klarheit, ihren Gedankenreichtum und durch die Entschiedenheit ihrer Parteinahme ungemein viel dazu getan, um der Analyse die Würdigung im psychiatrischen Unterricht und im öffentlichen Urteil zu schaffen, die sie jetzt in Amerika genießt. Vielleicht ebensoviel wirkte sein Beispiel. Er war als tadelloser Charakter allgemein geehrt und man wußte, daß nur die höchsten ethischen Rücksichten für ihn maßgebend waren. Wer ihn persönlich näher kannte, mußte urteilen, daß er zu jenen glücklich kompensierten Personen vom zwangsneurotischen Typus gehöre, denen das Edle zur zweiten Natur und das Paktieren mit der Gemeinheit zur Unmöglichkeit geworden ist.
J. Putnams persönliche Erscheinung ist den europäischen Analytikern durch seine Teilnahme am Weimarer Kongreß 1912 bekannt geworden. Die Redaktion der Zeitschrift hofft, in der nächsten Nummer ein Porträt unseres verehrten Freundes und eine ausführliche Würdigung seiner wissenschaftlichen Leistungen bringen zu können.