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Ich habe dem Bericht von Dr. Freud wenig beizufügen. Die erbliche Belastung von väterlicher Seite dürfte bedeutend sein; die Großmutter hatte einen schrecklichen Sprech- respektive Schrei-Tic. Onkel und Tante sind teilweise sehr neurotisch. Der Vater selbst ist gesund.
Ich glaube, daß wirklich einmal ein peritonealer Prozeß bestanden hat (hämatocele retrouterina?); daß die sicher bestehende chronische Endometritis großen Anteil an den Zuständen hat, besonders an der Rhythmierung; nach der Periode bis zur Schleimentleerung, dann in der Mittelzeit schlechtester Stand, Erbrechen, vor der Periode besser.
Moralisch ist Nina ein Exemplar des bekannten Typus der »angeregten Judenmädchen«, die mit dem Hause zerfallen in Selbstüberschätzung und Egoismus, zu geringer Liebesfähigkeit. Mit ihrer Klugheit ist aber was zu machen; die unpersönliche Disziplin der Anstalt, vor allem die moralische Ruhe, dürfte sie sehr vorwärtsbringen.
Ihre eigene Krankengeschichte, wie die Notizen mit Bleistift, sind Eigentum des Prof. v. Krafft-Ebing (I. Maximilianplatz 4), und bitte ich sehr, sie dahin zurückschicken zu wollen.
Mit herzlichen Grüßen und der Bitte um Wohlwollen für die Kranke
J. Breuer