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Das Geheimnis des Schlafes zu lösen sollte wohl der Wissenschaft vorbehalten bleiben; der fromme Autor2 aber operiert mit Bibelargumenten und teleologischen Gründen wie: es sei eine der göttlichen Vorsehung unwürdige Vorstellung, daß sie den Menschen ein volles Dritteil seines Lebens in geistiger Untätigkeit verbringen lassen sollte. Der Schlaf sei vielmehr jener Zustand, in welchem der göttliche Einfluß am freiesten und wirksamsten in das menschliche Seelenleben gelange. Wir wollen nicht unterlassen, trotz aller Ablehnung der Gedankengänge des Autors, den Kern der Wahrheit in seiner Behauptung hervorzuheben. Auch wissenschaftliche Studien über den Zustand des Seelenlebens während des Schlafens nötigen uns, die bisherige Annahme, daß der Schlaf das Spiel der geistigen Tätigkeiten bis auf ein Minimum aufhebe, als unzutreffend aufzugeben. Die wichtigen Vorgänge unbewußter Geistes- und selbst Denktätigkeit setzen sich, wie die Aufklärung der Träume beweist, die Referent gegeben hat, auch in dem tiefen Schlaf fort. Diese unbewußte Seelentätigkeit verdient es, »dämonisch« genannt zu werden, aber kaum göttlich.
Professor S. Fr.