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Wien, den 9. 7. 1932
Sehr geehrter Herr!
Ich habe mein langes Leben hindurch der Person wie der Denkleistung des großen Philosophen Spinoza eine außerordentliche, etwas scheue Hochachtung entgegengebracht. Aber ich glaube, diese Einstellung gibt mir nicht das Recht, etwas über ihn vor aller Welt zu sagen, besonders da ich nichts zu sagen wüßte, was nicht schon von anderen gesagt worden ist. Entschuldigen Sie durch diese Bemerkungen mein Fernbleiben von der geplanten Festschrift und seien Sie meiner Sympathie und Hochachtung versichert.
Ihr Freud.