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In dem vorliegenden Artikel werden figurative Repräsentanzen als Ergebnisse einer komplexen Gedächtnisleistung verstanden: Ein selektiver, gezielter Abruf von Erinnerungen und die Umarbeitung des Erinnerten ermöglichen die kreative Bildung neuer Repräsentanzen. Man unterscheidet in der neueren Gedächtnisforschung zwischen einem Dispositionsraum, der die „Konstruktionspläne“ für die Herstellung von Repräsentanzen enthält, und dem „Bilderraum“, in welchem diesem Repräsentanzen verfertigt werden, also zwischen Archiv und Atelier des Gedächtnisses. Je nach Intensität des Wirklichkeitsgefühls liegen figurative Repräsentanzen in Form von Träumen bzw. Phantasien, Visionen oder Halluzinationen vor. Ihre Organisation führt zu figurativen Mikrowelten (z.B. Traumsequenzen oder Kunstwerke) bzw. zu figurativen Makrowelten in Form von Lebens- oder Weltentwürfen, welche die Biographie einzelner Personen wie ganzer Gesellschaften bestimmen können. Diese Transformationen lassen sich anhand von bekannten Träumen und Halluzinationen nachvollziehen, die Freud in seiner Arbeit „Aus der Geschichte einer infantilen Neurose“ mitgeteilt hat.