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Einleitende Bemerkungen. — »Der gefesselte Prometheus«. — »Tannhäuser und der »erotische Dualismus«. — Agamemnon und Baumeister Solneß. — Schlußbetrachtungen.
Die Tragödie birgt in sich einen merkwürdigen Widerspruch. Denn »wir weiden uns an schmerzlichen Kämpfen, an Kämpfen, die nicht zum Siege, sondern zum Untergang des Helden zum Untergang gerade der Person, die vielleicht unsere stärksten führen, Sympathien gewann. Fast gewinnt es den Anschein, als sei unsere Befriedigung um so größer, je trauriger die Vorgänge auf der Bühne* Wie kommt es nun, daß die Wahrnehmung der tragischen Situation auf der Bühne für uns mit Lustgefühlen verbunden sein kann? Die Aufdeckung des psychischen Mechanismus, der dem geschilderten Widerspruch zu Grunde liegt, ist das Ziel der vorliegenden Untersuchung.
Vorher noch einige Bemerkungen. Die Psychoanalyse hat auf den mannigfachsten Gebieten menschlicher Seelentätigkeit den Kampf zwischen Wunsch und Wirklichkeit, die Schicksale dieses Kampfes und seine Folgen aufgedeckt, und es erwies sich, daß es immer »unsere Unzufriedenheit mit dieser Welt ist, die uns zwingt, uns in einer anderen, zweiten Welt zu ergehen«**〉. Jeder Wunsch hat die Tendenz, sich vollkommen zu realisieren. Unseren Wünschen stehen aber nicht nur äußere Hindernisse im Wege, sondern häufig genug auch innerliche Hemmungen religiöser oder ethischer Natur, machmal geraten sie auch mit dem Selbsterhaltungsinstinkt in Konflickt. Solche »unmoralische« und »peinliche« oder »schädliche« Wünsche werden aus dem Gesammtbewußtsein »verdrängt«, sie werden »unbewußt«. Den dies bewirkenden und die herrschenden Bewußtseinsinhalte schützenden Vorgang, nennt Freud sehr vielsagend die »Zensur«. Um sich den Weg zur Äußerung zu verschaffen, müssen die verdrängten Wünsche sich irgendwie maskieren, sie müssen entstellt werden. Es liegt die Vermutung nahe, ob nicht vielleicht auch die tragisch wirkende Verwicklung eine solche Maske und Entstellung sei.
Um die hier kurz skizzi