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In den beiden oben erwähnten Arbeiten über die psychologische Grundlage gewisser Synästhesien wird auch auf die sonderbare Rolle hingewiesen, welche den Zahlen im unbewußten Seelenleben häufig zufällt. Ich möchte dazu einige kleine Beobachtungen aus der letzten Zeit mitteilen.
Ein kleines Mädchen, das die erste Volksschulklasse besucht und eben die Ziffern schreiben lernt, ist zum Verdruß ihrer Eltern und Lehrer nicht imstande, die 5 zu schreiben. Nähere Erkundigung ergab, daß seit kurzer Zeit im Hause eine Tante zu Besuch war, die infolge ihrer hochgradigen Schwangerschaft das Interesse der Kleinen erregt und sie zu der Frage veranlaßt hatte, warum die Tante einen so großen Bauch habe. Nun war die Hemmung beim »Bauch« der 5*» verständlich und der Zusammenhang erschien auch den Angehörigen des Kindes sogleich einleuchtend; sie unterließen es jedoch, das Kind darüber aufzuklären. Erst nach Abreise der Tante schwand die Hemmung spontan soweit, daß die Kleine die 5, wenn auch nicht korrekt, schreiben konnte; die Unkorrektheit zeigt aber deutlich den Zusammenhang mit dem Bauch, denn das Kind konnte die Ziffer nur so schreiben, daß es den Kreis ganz schloß und dann erst den oberen Strich ansetzte «ۛ», welche Schreibart sie dann auch auf die 6, die sie unmittelbar darauf lernte, übertrug.
Eine andere Beobachtung betrifft ein erwachsenes junges Mädchen, das eine besondere Vorliebe für die 4 hegt und diese Ziffer sehr häufig auf den Boden «mit dem Schirm» oder auf Papier schreibt, oft auch nur die Linien markiert. Durch Eingehen auf ihre Tagträume stellte sich mit unzweifelhafter Sicherheit «in etwa 20 Fällen» heraus, daß die 4 regelmäßig der begleitende symbolische Ausdruck einer Verführungsphantasie** ist, die bald mehr, bald minder bewußt sie augenblicklich beschäftigt. Natürlich gehen von dieser Assoziationsbrücke tiefere Verbindungen in ihr gesamtes psychisches Erleben und Empfinden. Als Pendant zum ersten Fall sei hier nur darauf hingewiesen, daß sie schon als Schulmädc