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Die Veröffentlichung der vorliegenden Arbeit bedarf nach zwei Richtungen hin einer Rechtfertigung. Zunächst mag es scheinen, als ob die dargebotenen Gedanken noch allzu unfertig, die Belege allzu unvollständig wären, und ich bin gewiß der Letzte, der dies leugnet. Wenn ich mich trotzdem entschlossen habe, die Publikation nicht länger zu verschieben, so ist dies geschehen, weil ich mir von der öffentlichen Diskussion mehr für die Erforschung der hier berührten Probleme verspreche, als ich allein durch eigenes Nachdenken erreichen könnte. Was ich gebe, will also keineswegs als eine fertige Theorie gelten, sondern nur zur Beschäftigung mit einem höchst wichtigen, aber bisher fast übersehenen Problem anregen, zugleich will ich zeigen, um welche Punkte sich meiner Meinung nach die Diskussion zunächst zu drehen hat, wenn sie fruchtbringend werden soll.
Der zweite Punkt betrifft den Umstand, daß ich meine Arbeit gerade in diesen Blättern veröffentliche, obwohl sie mit der Psychoanalyse ja nur in recht entferntem Zusammenhang steht, und obwohl speziell der zweite Teil der Abhandlung, in welchem ausschließlich etymologische Fragen behandelt werden, kaum auf das Interesse weiterer Kreise Anspruch erheben kann. Daß ich diesen zweiten Teil nicht einfach weggelassen oder gesondert veröffentlicht habe, hat indessen seinen guten Grund. Ich bin nämlich der Ansicht, daß eine Hypothese nur dann von Wert ist, wenn sie nicht nur das rein abstrakte Denken befriedigt, sondern sich auch in der wissenschaftlichen Praxis als gewinnbringend erweist, also den Schlüssel zum Verständnis bisher unklarer Tatsachen und Zusammenhänge liefert. Eben diese Anwendbarkeit meiner Annahmen in der philologischen Praxis soll der etymologische Teil zeigen.
Noch muß ich ausdrücklich hervorheben, daß eine ganze Reihe der im folgenden ausgesprochenen Gedanken durchaus nicht neu sind.