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In einem von edlen Absichten diktierten und mit der Beredsamkeit ehrlicher Überzeugung verfaßten Aufsatze tritt der hochverdiente Professor der Harvard-Medical-School mit Wärme dafür ein, daß die Psychoanalytik, deren Bedeutsamkeit als psychologische und therapeutische Methode er rückhaltslos anerkennt, in engere Beziehungen zu umfassenderen philosophischen Anschauungen gebracht werde.
Ein großer Teil seiner Ausführungen wird gewiß von allen Analytikern als richtig anerkannt und befolgt werden. Der Psychologe, der sich zur Aufgabe macht, unsere Kenntnis von der menschlichen Seele zu vertiefen, darf sich der Betrachtung jener, von der Menschheit mit Recht hochgeschätzten Systeme, in denen erhabene Geister ihre letzten Ansichten über das Wesen und den Sinn der Welt zusammenfaßten, keinesfalls verschließen; und wenn es der Analyse gelungen ist, selbst in den lange Zeit hindurch geringgeschätzten Produktionen der Volksseele: in den Mythen und Märch en, ewige — allerdings symbolisch verkleidete — psychologische Wahrheiten zu entdecken, so darf man sicher hoffen, daß ihr auch aus dem Studium der Philosophie und ihrer Geschichte neue Gesichtspunkte, neue Erkenntnisse erwachsen werden. Auch dem wird kein Psychoanalytiker widersprechen, daß »keine Forschung gut gedeihen kann, ohne daß man ihre naturgemäßen Beziehungen zu anderen Forschungsarten sorgfältig in Betracht zieht«. Die Psychoanalyse ist nicht so unbescheiden, alles mit den eigenen Mitteln erklären zu wollen, und obzwar wir noch weit davon entfernt sind, alles erschöpft zu haben, was analytisch erklärt werden kann, so ahnen wir doch schon, wo etwa die Grenzen unserer Wissenschaft gesteckt sind und wo man die Erklärung der Vorgänge anderen Disziplinen 〈z. B. der Physik, Chemie und Biologie〉 wird überlassen müssen.
Auch, »daß wir mehr wissen, als wir ausdrücken können«, daß »das Erlernen nichts anderes ist als eine Entdeckungsreise in die eigene Seele«, daß es die Pflicht der Psychoanalytiker ist, »die Ahnungen und Regu