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Der Verfasser, Professor für englische Literaturgeschichte an der Cornell Universität in New York, bezweckt in diesem 70 Seiten langen Aufsatz, die Ähnlichkeiten zwischen Traum und Dichtung darzulegen und auf Grund von Freuds Traumtheorie eine psychologische Theorie von der Genesis der Dichtung zu schaffen. Bezüglich Freuds Traumtheorie sagt er, er habe gleich bei der genauen Bekanntschaft damit soviel davon unmittelbar auf die Dichtung anwendbar gefunden, daß er dachte, Freud müsse seine Theorie in Hinblick auf die Dichtung gefunden und dann auf den Traum übertragen haben. Er macht ferner die treffende Bemerkung: »Neue Theorien dieser Art, wenn auch noch so bedeutsam, sind selten neu in dem Sinn, daß sie nicht von Dichtern und phantasiebegabten Autoren vermutet und dunkel geahnt worden wären. Dies gehört zur Bestimmung der Dichter wie der Propheten, in der Phantasie die Wahrheit zu sehen, bevor sie mit dem Verstand klar erfaßt wird.« 〈Man kann sich vorstellen, welchen Eindruck diese kühne Behauptung auf die Schule der experimentellen Psychologie hervorrief.〉 Dementsprechend stellt er sich die Aufgabe, »die Theorie der Träume auf das Gebiet der Dichtung zu übertragen und gleichzeitig das von der Literatur gelieferte Material im Hinblick auf diese Schlüsse zu untersuchen.«
Auf die Ähnlichkeit zwischen Traum und Dichtung wurde von sehr vielen großen Dichtern hingewiesen und auch in einer Anzahl sprachlicher Wendungen findet sie Ausdruck. Eine ähnliche enge Beziehung besteht zwischen den Tagträumen und hysterischen Halluzinationen. Das Wort Traum selbst ist verwandt mit dem deutschen »trügen«, beiden liegt die Vorstellung der Täuschung zugrunde. Oft kann man eine poetische Schöpfung direkt auf exstatische Visionen zurückführen, wie z. B. bei Bunyan's »Pilgrim's Fortschreiten: In der Ähnlichheit mit einem Traum«, oder auf hypnogogische Phantasien, wie in vielen von R. L. Stevensons Werken.
Prescott verweilt bei der Rolle, die der Wunsch bei der poetischen Tätigkeit spielt