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»Wenn wir eine Gemütsbewegung oder einen Affekt von dem Gedanken der äußerlichen Verursachung trennen und mit anderen Gedanken verbinden, so werden Liebe oder Haß gegen die äußerliche Verursachung und damit auth die Schwankungen des Gemüts, die aus diesen Affekten entspringen, vernichtet werden. Ein Affekt, der ein Leiden ist, hört auf ein Leiden zu sein, sobald wir eine klare und deutliche Idee von ihm bilden. Und es gibt keine Körpererregung und also auch keinen Affekt, wovon wir nicht einen klaren und deutlichen Begriff bilden könnten. Ein jeder hat die Macht, sich und seine Affekte, wenn auch nicht absolut, so doch zum Teil klar und deutlich zu erkennen und folglich auch zu bewirken, daß er weniger von ihnen leide. Darauf hauptsächlich muß daher unser Bemühen gerichtet sein, daß wir jeden Affekt, so viel wie möglich, klar und deutlich erkennen, damit so der Verstand, von dem Affekt aus, zum Denken dessen bestimmt werde, was er klar und deutlich erfaßt und worin er sich selb' ständig beruhigt, und so der Affekt selbst von dem Gedanken der äußerlichen Verursachung losgelöst und mit wahren Gedanken verbunden werde.«
Es ist vielleicht nicht das höchste Lob, das man einem philosophisehen Werke spenden kann, wenn man sagt, es erscheine gerade im richtigen Zeitpunkt, es hieße jedoch die eigentliche Absicht des vorliegenden Buches gänzlich verkennen, wenn man daran denken wollte, ihm das Prädikat des Unzeitgemäßen zuzuerkennen. Häberlins Buch hat eingestandenermaßen propädeutischen Charakter und beabsichtigt, in der gegenwärtigen Krisis klärend über das Wesen, die Aufgabe und die Möglichkeit der Philosophie überhaupt zu wirken. Das wichtigste, das Wesen der Philosophie selbst angehende Problem, vor dem unsere deutsche Philosophie heute steht, läßt sich zusammenfassen in die Disjunktion: nur-wissenschaftliche 〈positivistische〉 Philosophie oder Philosophie in universalem Sinn mit dem Rechte einer metaphysischen Position.
Der Verfasser betrachtet als »die Aufgabe de