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Nie hat die Jungfrau euem Dienst versäumt,Und seiten stieg mit ihrer OpferflammeZugleich ein Wunsch zu euerm Sitz empor:Sie suchte jeden, der sich regen wollte,Mit Scham und Angst bis unter das BewußtseinHinabzudrücken, denn sie warb alleinUm eure Gunst und nicht um eure Gaben.
Die vorliegende Untersuchung prätendiert keineswegs, eine auch nur irgendwie abgeschlossene Behandlung des schier unerschöpflichen Themas der menschlichen Nacktheit zu versuchen, hat sich auch keine erschöpfende Darstellung des weitreichenden und vielverzweigten Problems des Nackten in der Kunst zum Ziele gesetzt, ja, es nicht einmal als ihre Aufgabe betrachtet, der überaus häufigen Verwertung des Motivs der Nacktheit in Dichtung und Sage im einzelnen nachzugehen; sie wird sich vielmehr damit begnügen, einige besonders charakteristische und wie es scheint typische Gestaltungen dieses Motivs in Sage und Dichtung hervorzuheben und auf ihre psychologische Bedeutung sowie auf den Sinn ihrer verschiedenartigen Gestaltungsformen zu prüfen. Diese vorwiegend psychologische und weniger literarhistorische Tendenz der Abhandlung mag auch die eigenartige, von Gewohnheit und Erwartung in gleicher Weise abweichende Methodik rechtfertigen, deren sie sich zur Erreichung ihrer Absicht bedienen muß. Wir vermeiden es, die offenkundigen sagenhaften und literarischen Zeugnisse einfach zu sammeln, sehen unsere Aufgabe auch nicht in der Zusammenstellung und Vergleichung einzelner solcher Gruppen erschöpft, sondern wollen an bestimmten Punkten der Entwicklung, wo deren Linie etwa auffallende Übergänge oder deutliche Sprünge zeigt, in die Tiefe zu dringen versuchen. LInsere Untersuchung nimmt also die Richtung in die psychologische Entwicklungsgeschichte der Motivgestaltung hinein, anstatt sich längs der literarhistorischen Entwicklungsfläche zu verbreiten. Und wenn es uns dabei auch wie dem Geologen ergehen mag, der von einem bestimmten Punkt der ErdOberfläche senkrecht in die Tiefe gräbt