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Die folgenden Ausführungen erheben nicht den Anspruch als Beitrag zur Künstlerpsychologie zu gelten. Ich habe es mir — von einer Ausnahme abgesehen — nicht gestattet, von den Resultaten der Psychoanalyse Gebrauch zu machen und mich darauf beschränkt, ihre Anschauungsweise anzuwenden. Durch diese Methode läßt sich zwar kein neues Verständnis des künstlerischen Schaffens gewinnen, aber vielleicht eine wichtige Vorarbeit dafür leisten; es soll damit der Beweis erbradn werden, daß im Schöpfungsakte des Künstlers, wie sonst im Seelenleben, alles, das Kleinste wie das Größte, dem Gesetze der Determination unterworfen ist.
Es ist dem Dichter nicht möglich, den Kreis zu durchbrechen, den seine Pläne und Entwürfe um ihn gezogen haben. Wonach er auch greifen mag, in seiner Hand verwandelt es sich wieder in eines seiner Grundmotive; ihm ergeht es wie jenem Tankred im »Befreiten Jerusalem«, der die Geliebte verwundet, wenn er einen Ast vom Baume schlägt, weil es sein Schicksal ist, ihr überall und in allen Dingen zu begegnen. Wie vergeblich das Bemühen bleibt, über seinen Schatten zu springen, läßt sich an dem großen Roman Schnitzlers »Der Weg ins Freie« gut erweisen. Es ist kaum anzunehmen, daß er die bewußte Absicht hatte, in den beiden Literaten des Buches, Bermann und Nürnberger, sein eigenes künstlerisches Porträt zu zeichnen, durch ihre Pläne und Werke sein eigenes Programm für die Zukunft mitzuteilen. Es darf nicht einmal für sicher gelten, daß er seine künftigen Stoffe damals schon gewählt hatte; um so reizvoller ist es, ihnen in der ersten Gestalt zu begegnen — früher vielleicht als der Dichter selbst — und ein Stüde seiner Arbeitsmethode zu erraten.
Die politische Komödie Bermanns und ihr Versuch, gegen beide Parteien gerecht zu sein, der daran scheitert, daß der Dichter innerlich beiden Parteien Unrecht gibt, ist in »Professor Bernhardi« unschwer wiederzuerkennen. Der ablehnende und ironische Ausgang des Stückes, der viele nicht befri