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Bücher über Politik haben in der Regel wenig Anrecht auf die Aufmerksamkeit des Psychoanalytikers. Das gegenwärtige ist eine entschiedene Ausnahme, und zwar aus zwei Gründen: Erstens, weil es in keiner Weise auf irgendein bestimmtes politisches Programm hinzielt, sondern bestrebt ist, von einem psychologischen Gesichtspunkt aus die geistige Einstellung zur Politik im allgemeinen zu erörtern und die Art zu beleuchten, wie man an ihre Probleme herantritt; zweitens, weil der Verfasser offenbar durch die psychoanalytische Forschung stark beeinflußt wurde, wie seine häufigen Hinweise bezeugen, und fast stets zu denselben Folgerungen gelangt. Der Ausdruck »Folgerung« ist nicht völlig genau, denn der Autor, der vor allem ein Empiriker ist und Versuche anzustellen strebt, gibt eher Gesichtspunkte als feststehende Meinungen. Dennoch verliert er sich niemals in Allgemeinheiten, sondern bleibt in engster Berührung mit der konkreten Erfahrung.
Er polemisiert zunächst gegen das Konventionelle der Gefühlseinstellung und die Scheu vor dem persönlichen Denken, wobei er den folgenden Ausspruch von Wells zitiert: »Du kannst durch das Leben unserer Zeit hindurchgehen in Halbheiten und Umwegen, in Rücksichten und Nachgiebigkeit; niemals wahrhaft hungrig oder entsetzt oder vom Seelengrunde aufgewühlt, dein höchster Augenblick nur ein Orgasmus der Sentimentalität und deine erste wirkliche Berührung mit den ursprünglichen und elementaren Notwendigkeiten der Schweiß auf deinem Totenbett.« Er stellt sich gegen jede dogmatische Anschauung über die Regierung als eine Einrichtung oder Vorschrift, die automatisch wirken soll und besteht nicht nur darauf, daß sie fortwährend neu geordnet werden müßte, um den wechselnden Bedürfnissen verschiedener Zeitalter zu entsprechen, sondern fordert auch nachdrücklich, daß sie im Kerne auf einer Erkenntnis der menschlichen Natur gegründet sein solle. »Der Routinier ist selbstverständlich stets der erste, um jeden radikalen Vorschlag als ‚der menschlichen Nat