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Es ist ein fast verschollenes Buch, dem ich die nachfolgenden Erinnerungen des Dichters der »Undine« entnehme, seine »von ihm selbst erzählte« »Lebensgeschichte« erschien im Jahre 1840, drei Jahre vor seinem Tod, zu einer Zeit, in der sein Ruhm bereits lange verblaßt war und der auch er, der späte Sproß des sagenhaften Normannenführers Folko, fremd gegenüberstand. Es liegt uns ganz fern, mit dem Dichter oder mit seinen Zeitgenossen darüber rechten zu wollen, wer die Schuld an diesem Mißverstehen trug, es beschäftigen uns hier nur die darin enthaltenen Kindheitserinnerungen und wir haben allen Grund, dem Dichter dafür dankbar zu sein, daß er uns darin eine Reihe von Erlebnissen aufbewahrt hat, die für die Kenntnis der Kinderseele von großem Interesse sind.
Fouque, Enkel eines Generals Friedrichs des Großen und Patenkind des Königs, verbradite seine Kinderjahre in Brandenburg, später in Sacro (Sacrow) und Lentzke. Nach Brandenburg führen auch seine ersten Erinnerungen: »Ein halberwachsener Vetter, auf dem Brandenburger Ritterkollegium erzogen und dem Knaben besonders lieb, hatte auch einstmal in den Ferien dort Unterkommen gefunden und neckte den kleinen Fritz mit allerhand Spässen. Fritz, um des ihn störenden Eindrucks loszuwerden, sah auf einen an der Wand hängenden Kupferstich in großem Format, worauf neben den Wappenschildern des Havelberger Domkapitels, zu welchem sein Vater gehörte, die zwei bärtigen Schutzheiligen desselben abgebildet waren. Mit eins überkam ihn eine seltsame Rührung. Tränen drangen in seine Augen. Der fröhliche Vetter sagte mit unwilligem Lachen: ‚Schäme dich, Fritz, du heulst, weil ich mit dir spasse.’ ‚Ich weine nicht über dich,’ antwortete Fritz, ‚ich weine über das heilige Bild.’ — Er ist noch oftmals darüber geneckt worden, als sei dies nur eine alberne Ausrede gewesen, dennoch war es wahrhaft wahr. Mache daraus ein Psycholog, was er kann.« (p. 6 f.)
Um dieser Einladung des Dichters — vielleicht als der erste Psychologe — nachzukommen, stel