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Ein entzückendes Beispiel des Einflusses, den infantile Eindrücke auf das Verhältnis des Kindes zum Vater ausüben, findet sich in der Maupassant-Biographie von Paul Mahn :
»Ist es nicht erstaunlich, daß ein neun- bis zehnjähriger Bursche die Verliebtheiten seines Vaters nicht nur errät, sondern ihn geradewegs damit hänselt?« Frau von Maupassant wußte davon zu erzählen! Es handelte sich einmal um einen Besuch bei einer Frau von Z …., der gerade
das, »vielgeprüfte Herz« des Herrn von Maupassant, des Vaters, gehörte. Guy und Hervé1 sind zu einer Kindergesellschaft bei ihr geladen. Hervé ist krank, seine Mutter bleibt bei ihm. Sehr beflissen erbietet sich der Vater, Guy allein hinzubringen. Der Knabe errät den wahren Grund, der seinen Erzeuger leitet, und macht sich ein Vergnügen daraus, ihn im letzten Augenblick hinzuhalten, mit seinem Anzuge nicht fertig zu werden und dergleichen. Der Vater, ungeduldig, droht: »Ich bringe dich nicht hin zu der Gesellschaft! »Ich bin sehr unbesorgt«, sagt Guy, »ich weiß schon, wem am meisten daran liegt hinzukommen«. »Schnell!« ruft der Vater, »schnüre deine Schuhbänder! Nein, schnüre du sie!« Der Vater ist verblüfft. Guy: »Komm nur! Du wirst sie ja doch schnüren. Tu es lieber gleich«. Und der Vater schnürt seinem Jungen die Schuhe zu.«
Im selben Alter schreibt Guy der Mutter einen Brief, in welchem folgende Stelle vorkommt:
»Ich war erster im Aufsatz. Zur Belohnung hat mich Frau von X. mit Papa in den Zirkus geführt. Es scheint, daß sie auch Papa belohnt;— womit, weiß ich nicht …«
Es ist kaum zu überschätzen, wie stark diese frühen Erlebnisse und Erkenntnisse auf den Entwicklungsgang des Dichters einwirkten. Es wird vieles von seiner Frauenverachtung, seinem Skeptizismus, seiner vernichtenden Analyse auf diese infantilen Eindrücke zurückzuführen sein. Es wird das Ziel einer Psychoanalyse Maupassants sein, den Einfluß der Kinderreminiszenzen zugleich mit seinem eigenen späteren Erlebnisse auf sein Schaffen und seine Weltanschauung zu ver