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Ein sechsjähriges Mädchen möchte gerne ihr kleines Brüderchen zu sich ins Bettchen haben. »Muttchen«, bittet sie, »laß mich sein herrliches Körperchen genießen«2. Das sehr streng überwachte Mädchen hat »keine Ahnung« von sexuellen Dingen. Es handelt sich hier um »mütterliche« Gefühle, welche das ältere Schwesterchen dem »Körperchen« gegenüber hegt. Wir dürfen annehmen, daß dem Kleinen die Berührung seines Schwesterchens ebenso angenehm ist. Warum soll es uns wundern; wenn dieser Eindruck, wie jeder andere, eine Spur in unserer Psyche hinterläßt? Warum soll die Behauptung unwahrscheinlich Vorkommen, daß die erste »körperliche Liebe« des Erwachsenen auf diese infantilen Erlebnisse zurückgreift, indem die seligmachende Berührung der geliebten Frau mit der einst seligmachenden Schwesternberührung, mit Mutterberührung verglichen wird. Haben wir dieses Zurückgreifen auf infantile Erlebnisse anerkannt, dann muten auch neurotische Erscheinungen nicht sonderbar an: bei einer stärkeren Fixierung an das mütterliche Vorbild würden große Widerstände jedem Objekte der sexuellen Liebe gegenüber auftreten, denn bei jedem Frauenbilde