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Die Rückführung der anfänglich so überraschend entwickelt anmutenden zeichnerischen Tätigkeit des paläolithischen Menschen auf einen — selbst nicht weiter rückführbaren — Schönheitstrieb mußte als unhaltbar aufgegeben werden nach Erkenntnis der Unrichtigkeit einer Vermengung der auf Empfindungsinhalte basierten künstlerischen Produktion mit einem die Natur unmittelbar nachbildenden Gestalten zum Zwecke der Entlastung der primitiven Psyche von der Überfülle der erregenden Eindrücke. Nach der Befreiung aus der Befangenheit der Vorstellungen einer traditionellen Ästhetik war bald ein sicherer Standpunkt gefunden, von dem aus ein geschärftes Urteil in der Naturwahrheit der steinzeitlichen Tiermalereien nichts überraschendes mehr zu finden vermag; denn die unmittelbare, halb zwangsweise und spekulationsfremde Art der Reproduktion kann nicht anders als naturalistisch 〈mit Verworn: »physioplastisch«〉 geartet sein, im Gegensatz zu einer »ideoplastischen« Abbildungsweise, welche als ein Resultat des theoretisierenden Denkens, als Resultante zahlreicher assoziativer Prozesse begriffen werden muß.
Wenn aber das Bild zur Schrift überleitet, so darf es nicht unterlassen werden, für das noch primitivere zweite Ausdrucksmittel des Menschen, für die Sprache, den Versuch vorzunehmen, zu finden, ob nicht auch im Bereich der Glossopsyche sich ein Ablauf der Entwicklung nachweisen läßt, wie er für das Eidopsychische mit Sicherheit erwiesen ist. Dabei werden die Tatsachen der Wiederholung der phylogenetischen Entwicklung in der Ontogenesis, die Rekapitulation urzeitlicher Lautfügungen beim Kinde und der Stabilität primitiver Bewußtseinselemente infolge der Vererbung ihre leider nicht weitreichende Hilfe bieten müssen, die trotzdem nicht unterschätzt werden darf, wenn es auch durch den Einfluß der Erziehung dazu kommt, daß das Kind ideoplastisches