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Die kleine Schrift, in der versucht wird, das Verhältnis der animistischen Weltanschauung der Primitiven zur Religion klarzulegen, bietet auch manches Interessante für die Psychoanalyse, die in der jüngsten Zeit den Ursprung der Religion, der Geistervorstellungen und des Zauberglaubens zum Objekt ihrer Forschung genommen hat.
Der Autor setzt sich hauptsächlich mit den Aufstellungen Wundts
auseinander und obwohl er sich in seinen Ausführungen von gewissen Tendenzen leiten läßt, bringt er doch Materialien und Gesichtspunkte, die vielfach einen Anschluß an die psychoanalytische Auffassung gestatten. Die Frage, ob und inwieweit der bei allen kulturarmen Völkern verbreitete Animismus, d. i. der Seelen- und Geisterglaube, als die Religion der Primitiven gelten dürfe, beantwortet der Autor dahin, daß es sich dabei um keine Erscheinung des eigentlich religiösen Lebens handelt, sondern um eine Form des Aberglaubens. Der Animismus sei nur zu verstehen als ein rel igiöspathologisches Phänomen. Von den zu diesem Schlüsse führenden Erwägungen interessiert uns besonders die eine, »daß rein aus den theoretischen Vorstellungen heraus die Furcht« — die beim Primitiven eine große Rolle spielt — »im Animismus nicht erklärt werden kann« und daß »alle Hinweise auf die wirklichen Erlebnisse des Schreckens dies nicht vermögen. Wir haben es mit einer Gefühlsverschiebung zu tun, wie sie auch sonst vorkommt«. Zum Beweise für den irreligiösen Charakter des Animismus wird in erster Linie auf die Tatsache verwiesen, daß ganz unabhängig neben ihm, ja häufig vor seinem Auftreten sich gerade bei den kulturell am niedrigsten stehenden Völkern der Glaube an ein höchstes Wesen nachweisen läßt. Diese von Andrew Lang auf kulturgeschichtlichem Wege festgestellte Erscheinung ist später von einer Reihe anderer Forscher durch weiteres ethnologische Material gestützt und im Sinne der Unabhängigkeit der Göttervon den Geistervorstellung verwertet worden. Ein Vertreter di