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Die Vorstellungsverknüpfung, die im folgenden auf der Grundlage einer gewiß nicht vollständigen, aber doch alle wesentlichen Züge dieses Gedankengebildes veranschaulichenden Stoffsammlung aus Folklore und Geschichte erörtert werden soll, scheint in der psychoanalytischen Kasuistik — soweit die Veröffentlichungen noch zu übersehen sind — keine wesentliche Rolle zu spielen1. Vermutlich erklärt sich das daraus, daß das bisher der Psychoanalyse unterworfene Aussagenmaterial vorzüglich aus Ländern und Gesellschaftsschichten stammt, in denen die Fischnahrung — etwa verglichen mit ihrer Bedeutung in der griechisch-römischen oder gar der orientalischen Lebenshaltung — doch sehr zurücktritt. Dazu kommt, daß die Hantierung mit noch lebenden oder rohen Fischen, ebenso wie der eigentliche Fischfang dem Gesichtskreis gerade der hier in Betracht kommenden sozialen Gruppen mehr oder minder entrückt sind.
Trotzdem ist ein einigermaßen auffallender Tatbestand, nämlich die ausgesprochene Idiosynkrasie einzelner gegen jeden Fischgenuß überhaupt, nicht selten zu beobachten. Jeder Leser dieser Zeitschrift dürfte einen oder den anderen Fall der Art kennen und auch schon versucht haben, sich irgendeine Erklärung dafür zurecht zu legen: hier sei ein Beispiel2 einer derartigen sogenannten »unerklärlichen« Aversion angeführt, das in gewissen Begleitumständen lehrreiche Fingerzeige für die Erkenntnis der mitwirkenden unbewußten Beweggründe zu bieten scheint: das fragliche Individuum — ein wahres Musterexemplar eines wählerisch-kapriziösen Essers, beobachtete bis gegen das Ende des zwanzigsten Lebensjahres — in welche Zeit eine lange, selbständig durchgeführte Studienreise fiel — eine Reihe von Speisetabus und zwar gegen Fische, gleichgiltig welcher Art und Zubereitung und gegen eine Reihe von Gemüsen 〈alle Kohlarten, insbesondere Sprossenkohl, Blumenkohl, vor allem Spargel, während Spinat, Erbsen, Bohnen, Kartoffeln, Tomaten u. dgl. gern angenommen wurden〉. Von Spargeln wurde, anscheinend ganz