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Wir sind nun der Lösung der Frage, warum der »Geisterseher« dazu verurteilt war, Fragment zu bleiben, schon ziemlich nahe gerückt. Zuerst vermuteten wir, daß das plötzliche Abbiegen aus dem Detektivroman in die Liebesgeschichte ein Element des Widerspruches in das Werk getragen habe, dem es schließlich zum Opfer fallen mußte. Später zeigte uns die Analyse der »Griechin« und der ihr innerlich verwandten Frauengestalten Schillers, daß wir es mit einer Reinkarnation jener weiblichen Figur zu tun hatten, die für den Jüngling die wesentlichste Stellvertreterin der ersten Kinderliebe geworden war. Das plötzliche Abbrechen, gleich nachdem eine überraschende Wendung der Handlung die Griechin mit dem Prinzen, der im Roman den Sohn vertritt, in erotische Beziehung gebracht und die älteren Rechte des den Vater repräsentierenden Armeniers angedeutet hatte, ließ uns ahnen, daß die Nötigung, bei der Fortsetzung des Romans das Inzestproblem, wenngleich in verhüllter Form, zu behandeln, jenen Widerwillen des Dichters gegen seinen Stoff verursachte, der sich in seinen Briefen so nachdrücklich ausspricht, und im schließlichen Fallenlassen des Planes gipfelte.
Bevor wir auf der begonnenen Bahn weiterschreiten, müssen wir uns erinnern, daß unsere ursprüngliche Absicht nicht gerade darauf gerichtet war, zu untersuchen, warum der »Geisterseher« nicht vollendet werden konnte, daß wir vielmehr erst im Laufe der Untersuchungen, fast ungewollt, auf dieses Problem gelenkt wurden; wir werden uns fragen müssen, ob es wirklich so wichtige Aufschlüsse verspricht, daß wir Ursache haben, es im Mittelpunkt unseres Interesses festzuhalten. Wir können diese Frage getrost bejahen. Knüpft sich doch an die Weigerung Schillers, am »Geisterseher« weiterzuarbeiten, unmittelbar seine völlige Abwendung von der dichterischen Produktion überhaupt und sein Übergehen von der Poesie zur Philosophie. In diese vieljährige Pause, während deren er seiner einstigen Herrin nur in der philosophischen Lyrik e