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Auf allen Forschungsgebieten gibt es neben der anerkannten Weisheit und Wissenschaft noch ein besonderes Häuflein, das die vorgezeichneten Bahnen verschmäht und querfeldein nach freiem Gutdünken der Erkenntnis nachstrebt, ohne sich dem Zwang einer Methode zu fügen. Davon zu sprechen, daß mitten unter diesen Schwarmgeistern, den Zeitgenossen unkenntlich und von der Zunft verspottet, wohl auch einer mitschreiten kann, dem die Nachwelt als dem Größten seiner Epoche huldigt, ist kaum nötig; es verlohnt sich vielleicht auch ein Blick auf jene, an denen man das bessere Mittelmaß der Schar kennen lernt, wie bei dem Verfasser dieses Büchleins.
In diesem Werke, das zu Beginn der Achtzigerjahre des vorigen Jahrhunderts entstanden sein muß, finden sich überraschenderweise Ideen ausgesprochen, die von den großen Mythenforschern und Ethnologen erst um ein oder zwei Jahrzehnte später aus dem durch ihre Arbeiten zugänglich gemachten Material abgeleitet wurden; die ungeheuere Bedeutung der Gestalt der Mutter als Erzeugerin und Geliebte für die mythenschaffende Phantasie aller Völker wird hervorgehoben und mit ihr ein großer Teil der zur Darstellung dienenden typischen Symbolik. Auch der Psychoanalyse, die das psychologische Fundament aller dieser Tatsachen aufzudecken strebt, scheint das Buch wichtige Stüche vorweggenommen zu haben, da es —natürlich ohne diesen Terminus zu benützen — die Ambivalenz der Gefühle und ihren Ausdruck in Mythos und Religion erkennt.
Man wäre versucht, den Verfasser unter die verkannten Größen einzureihen, wenn nicht gleichzeitig die krause Willkür in die Augen fiele, durch die diese wertvollen und wichtigen Resultate abgeleitet werden. Besonders der Ethnologie, die mit der unendlichen Fülle ihres Tatsachenmateriales die gefährlichste und zweideutigste Wegweiserin ist, bedient er sich so, daß er vollkommen ins Uferlose hinausgelangt, ohne dabei den Ton apodiktischer Gewißheit fallen zu lassen.
Der seltsame Widerspruch zwischen Methode und Resultat klärt sich