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Bis hieher haben sich die Pubertätsriten relativ leicht unserem Verständnisse erschlossen: viel erheblicheren Schwierigkeiten begegnen wir, wenn wir uns dem zweiten Akt des großen Dramas, das die Einweihungszeremonien darstellen, zuwenden. Wenn wir verfahren wie die der Psychoanalyse fernestehenden Völkerpsychologen und den Auferstehungsritus als eine direkte Fortsetzung des Todesdramas ansehen, entgleitet der ganze Ritus unserem Verständnis.
Wir entschließen uns dazu, diesem so komplizierten Produkt des primitiven Seelenlebens gegenüber dieselbe heuristische Technik zu verfolgen, die uns in der Analyse anscheinend läppischer und sinnloser Handlungen der Neurotiker tiefreichende Aufschlüsse gab.
Die angebliche Tötung der Jungen hat sich uns als Bestrafung ihrer unbewußten Mordgelüste dargestellt. Diese Bestrafung ging von der Vätergeneration aus und zar der Ausdruck der den Jünglingen zugewendeten, feindseligen und rachsüchtigen Wünsche dieser Männer. Gewiß besteht eine gewisse Verbindung zwischen den Todes- und Auferstehungsriten, doch können wir in den letzteren unmöglich die Wirksamkeit derselben Gefühlszüge annehmen, die jene grausamen Zeremonien zustande brachten. Wir werden vielmehr in den Auferstehungsriten den Ausdruck gegensätzlicher, also zärtlicher und feindlicher Tendenzen erblicken. Wir wissen, daß dergleichen scheinbar unvereinbare Gefühlsgegensätze sehr wohl sich in einer Seele finden. Doch was soll es nun bedeuten, daß die primitiven Väter