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Der Mensch stand an der Schwelle seines Reiches, aber er erkannte es nicht. Von einer unbekannten Gewalt durdi tausend Körperhüllen gehetzt, war er tausendmal zerstampft, verendet, verwest und tausendmal neu gezeugt und empfangen, ehe er aus dem untersten Schacht der Tiefsee, aus dem Blütenbüschel im Mittagswind, aus Bärenhöhle und Affenrudel endlich an die Pforte seiner Bestimmung gelangta. Lange hatte er die vielverschlungenen, dunklen Gänge im Hause des Lebens treppauf, treppab durchirren müssen, solange, daß er nun mit blicklosen Augen und gesenkten Schultern, frierend und hilflos vor seine neue Heimat trat.
Noch lag die Welt leer und kalt, wie eine Steinwüste voll Geröll und geborstenen Felsentrümmern, farb und schattenlos einen grauen Himmel anstarrend, an dem noch keine Sonne aufgegangen ist. Nicht Hoffnung oder Furcht, nidit Trauer noch Freude vermochte die Öde zu schenken, nur Lust und Qual des flüchtigen Augenblicks, den die nächste Berührung auslöscht. Der Gruß in Freundesaugen, Schutz und Zärtlichkeit geliebter Hände waren noch nicht erwacht, so zog kein Wunsch die halb noch träumende Seele in die seelenfremde Welt und keine Brüdte führte über den Abgrund, der Ich von Nicht-Ich scheidet. Rings um das enge, kleine Selbst wucherte eine Dornenhedie, Erkenntnis wird sich mit ihren zarten Kinderfüßen nie durch die stachligen, dichtverwebten Zweige wagen, wenn ihr nicht Sehnsucht, die vorwärtsstürmende, heißatmende Amazone den Weg bahnt.
Irgendwo, irgendeinmal auf der großen Wanderschaft hatte die Brunst des Menschen das Maß ihrer Gezeiten, Ebbe und Flut verloren und die Dämme brechend sein ganzes Wesen überflutet. Ein in ewiger, pausenloser Gier Lechzender war der Mensch geworden, dem der Trank immer wieder von den lechzenden Lippen gerissen wurde. So drückte ihm das Schicksal sein Herrsdiersiegel, das Leiden auf die Stirne, die seitdem begann, sich hoch und frei zu wölben. Leidenschaftgeschwellt richtete sich das Ich stolz empor, in der Not rastloser Spa