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Das alte mythische Motiv vom unsichtbar machenden Ring, dessen Besitz dem Lyder Gyges zugeschrieben wurde und der in zahlreichen Märchen und Sagen ein beliebtes Requisit bildet, erscheint in einem kürzlich veröfifentlichten Roman1 mitten in die modernste Gegenwart hinein versetzt, dorthin, wo sie in ihrer höchsten Steigerung auftritt: in das heutige Berlin. Und als Träger dieses wunderbaren Zauberinstrumentes erschafft der Dichter einen aus der persönlichen Eingeengtheit der jede freie Entfaltung der Individualität brutalisierenden Großstadt hinausstrebenden jungen Menschen, der sich der geistigen Industrialisierung nicht unterwerfen will.
Stefan Horn, der nach außen hin als bescheidener Bürger, in Wirklichkeit als selbstzufriedener, weitabgewandter Egoist in seiner kleinen Vaterstadt den Lehrberuf ausübt, wird plötzlich an der Schwelle des dreißigsten Lebensjahres von Reue über die schönen unbenutzten Jugendjahre und von