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Es wäre schon manch Bezeichnendes darüber anzuführen, wie die Dichter der letztzeit sich unter dem mächtigen Eindruck des Weltkrieges verhalten. Einige ziehen mit hinaus und berauschen sich am Rausch der Volksgenossen, dem Donner der Kanonen, der Spannung der Gefahr, dem Blut des Nahkampfes oder schwelgen in Mitleid, — andere berufen sich auf ihre Nerven, ihre zartere Organisation, bleiben daheim und entdecken ihren Patriotismus oder dichten an ihren Novellen nach alten Stoffen oder an Ehebruchsdramen ungestört weiter. Beiden Spielarten der Poeten, wie uns anderen, bleiben die treibenden Kräfte des historischen Umsturzes unbekannt und namentlich die Einzelpsychologie der Persönlichkeiten in leitenden, Entscheidungen fällenden Steilungen bleibt, in Verborgenheit gehüllt, ganz unlösbar.
So wendet sich denn Thomas Mann der vaterländischen Vergangenheit zu, einer Zeit, wo Preußen auch von einer Koalition von Feinden umgeben war, wo aber — vor fast zwei Jahrhunderten — in König Friedrich eine Persönlichkeit im Mittelpunkt stand, der sich eine dichterische Gestaltung nahen darf, die aus all dem, was die Geschichte berichtet, den Heros bilden kann. Ein tiefer Psychologe, wie Thomas Mann, wird erfolgreich abwägen, ordnen und die treibenden Kräfte des Genius in dem großen König erkennen lehren. Hier sei anerkennend hervorgehoben, daß der Dichter in seinem biographischen Aufsatz »Friedrich und die Koalition«2 sich nicht scheut, dem Sexualpsychologischen den gebührenden Platz einzuräumen. Der Prinz soll ein ziemlich ausschweifender Jüngling gewesen sein, ein paar Debauchen sind überliefert, aber die Kräfte des Körpers sollen die Neigungen des bösen Willens nicht genug sekundiert haben. »Als ganz junger Mensch schon erklärte Friedrich, daß er nur Genuß von den Frauen wolle, sie hernach aber verachte. Er hat nie geliebt. Dann kam ein Malheur auf diesem Gebiet, man spricht von einer Operation, die sich anschloß, — und von diesem Zeitpunkt an war irgend etwas kupiert in seiner Natu