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Die Erbitterung, mit welcher der Widerstand gegen eine Sache arbeitet, ist ein Maß für die unbewußte Anerkennung der Richtigkeit des Bestrittenen. So erklärt sich auch gut die hartnäckig böse Stimmung des Laien gegen den »Ödipuskomplex«, gegen die ambivalente Gefühlseinstellung des Kindes zu den Eltern, seine der Erotik entspringende Identifikation mit Vater oder Mutter und nicht weniger gegen die von unbewußter Sinnlichkeit keineswegs immer freie elterliche Liebe zu Sohn oder Tochter.
Und darum ist jede Bestätigung dieser psychoanalytischen Erkenntnisse aus dem Alltag, aus den Werken feinfühliger Autoren wertvoll und es mögen in der nachstehenden Zusammenstellung eine Reihe solcher Belege Platz finden, zunächst einiges aus der direkten Kinderbeobachtung:
I. Em vierjähriger Knabe, der an der Mutter mit großer Zärtlichkeit hängt, im Vater aber in erster Linie eine zu fürchtende stärkere Macht erblickt, die man wohl »auch gern hat, weil es eben der Papa ist«, sagt: »Wenn ich groß bin, kauf’ ich mir und der Mama eine Kuh, die den Papa beißt.«
Die Zusammenstellung »mir und der Mama« ist bezeichnend genug für die kindliche Auffassung über die Zusammengehörigkeit der Familienmitglieder. Gerade vom Vater aber wurde der Knabe wegen seiner starken exhibitionistischen und onanistischen Gelüste wiederholt derb bestraft. Die Kindern, besonders Knaben sehr geläufige Vorstellung, das Kuheuter sei dem namenlosen1 und doch als so wichtig gefühlten Teil des eigenen Körpers gleich, mag neben der Größe des Tieres Anlaß sein, daß der Knabe gerade eine Kuh zur Vollstreckerin seiner Rachegedanken gegen den Vater wählt. Auch wurde dem Kinde wiederholt die Drohung ausgesprocien, ein Hund werde ihm die »schlimmen Finger« abbeißen. Was der Hund an ihm vollziehen soll, muß an dem großen Vater mit den großen Händen natürlich ein entsprechend großes Tier tun.
II. Zwei Knaben von fünf und drei Jahren gilt es als größte Freude, des Morgens, sobald der Vater das elterliche Schlafzimmer verlassen hat,