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Ferenczi hatte es vor wenigen Jahren unternommen1, den Seelenkenner und Philosophen Anatole France als einen der wenigen großen Vorläufer Freuds im Erfassen und in der Schilderung seelischer Vorgänge darzustellen. Einige Ansichten über psychisches Geschehen, die intime Psychologie in der Erzählung verwickelt-rätselhafter menschlichen Handlungen, Ausführungen über die Genese der Geisteskrankheiten — von Ferenczi mit geübter Hand ausgewählt — haben, durch ihre auffallende Übereinstimmung mit der psychoanalytischen Betrachtungsweise, überraschend und überzeugend gewirkt. Gleichsam ergänzend zu diesem Referat möchte ich nun die Aufmerksamkeit des psychoanalytischen Publikums auf eines der schönsten und ergreifendsten Bücher dieses Meisters lenken, welches »Das Buch meines Freundes« betitelt2, Beobachtungen und Reflexionen über die seelische Entwicklung des Kindes enthält, und schon mehr als hundertunddreißig Auflagen erlebt hat.
Das Buch zerfällt in zwei Teile: Im ersten Teil gibt der Verfasser, allem Anschein nach, seine eigenen Kindheitserinnerungen, der zweite Teil enthält Beobachtungen über das Gebaren und die Entwicklung seines kleinen Töchterchens, Suzanne. Alle seine feinen Bemerkungen, viele entzückende Einzelheiten bei Seite lassend, will ich hier nur den Inhalt des schönen Kapitels ausführlich wiedergeben, in dem uns France die Geschichte Andres, eines kleinen Freundes seiner Tochter, schlicht und ergreifend erzählt. Eine Geschichte, die wie eine Kindheitserinnerung anmutet, welche als Ergebnis einer psychoanalytischen Sitzung zutage gefördert wird.
André ist der Sohn des berühmten Arztes Doktor Trévière, Der Vater aber starb, als der Junge noch sehr klein war und so blieb er mit seiner Mama allein. Dem netten, munteren Knaben tut die Großstadtluft nicht wohl, daher führt ihn die Mutter auf das Land, zu den Großeltern des Kindes.
André ist der schönen, jungen Mutter sehr zugetan. Das bezeugt unter anderem diese kleine Szene, die den ersten Abend am Dorfe abschlie