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»Was unsterblich im Gesang soll leben, Muß im Leben untergehn.«
Die nachstehend abgedruckten und in weiterer zwangloser Folge zur Veröffentlichung gelangenden Abhandlungen über das Volksepos, besonders über die ebensoviel bewunderten wie kritisierten homerischen Gedichte, sind Bruchstücke einer größeren Arbeit, deren Konzeption und Vorstudien viele Jahre zurückliegen, deren Ausführung und Publikation aber ohne den Krieg wahrscheinlich noch längere Zeit verzögert worden wäre.
Dies ist aber nicht so zu verstehen, als wäre das Thema, das von den großen, für das Schicksal der Kulturmenschheit bestimmenden Völkerkämpfen der Weltgeschichte handelt, durch den Krieg angeregt oder in eine gewisse Richtung gedrängt worden. Vielmehr entstammt die rein psychologische Problemstellung wie einzelne Gesichtspunkte zu ihrer Lösung dem Arbeitsgebiet der Psychoanalyse, die sich auf verschiedenen geisteswissenschaftlichen Gebieten als unentbehrliches methodisches Prinzip zu erweisen beginnt. Steht doch selbst unsere im Realismus aufgehende Zeit stärker unter der Herrschaft innerer Mächte als sie glaubt oder anerkennen will, ja sucht vielleicht gerade aus diesem uneingestandenen inneren Zwang heraus in einem leidenschaftlichen Veräußerlichungsdrange Zuflucht; um so mehr bleibt das Seelische letzte und höchste Instanz in der idealistischen Gedankenwelt der Wissenschaft, auch dort, wo sich der Forscher bemüht, die strengen Gesetze des Naturgeschehens und des Menschengeschickes zu »verstehen«, was ja wieder nichts anderes heißen kann, als sie mit