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Ausgehend von den Mitteilungen eines Mädchens mit stark ent- wickelter Urinerotik über ihr Lieblingsspiel aus der Kind heit — sie hielt ihre Pölster und andere Bettsorten gerne unter den Wasserstrahl des Brunnens, weil sie neugierig war, »wie die Federn ausschauen, wenn sie einmal naß werden«: eine symbolische Wiederholung des lustvollen Bettnässens in Spielform — habe ich versucht, die Betrachtungsweise und Methoden der Psychoanalyse auch bei den Spielen, sowohl bei den individuellen, wie bei den typischen, anzuwenden. Die vorgenommenen Spieluntersuchungen haben auch ergeben, daß die Spiele mit den Mitteln der Analyse ebenso deutbar sind, wie die Träume, Mythen, Neurosen u. a. Produkte des Unbewußten der Individual oder Massenseele, daß das Spiel in seinem Wesen die weitestgehende Übereinstimmung mit diesen aufweist, da auch seinen Kern die infantilerotische Betätigung der Partialtriebe der Sexualität bildet.
Dieser Gedanke lag eigentlich auf der Hand. Freud teilt schon im Jahrbuch für psychoanalytische und psychopathologische Forschungen 1909. I. Bd. 〈Analyse der Phobie eines fünfjährigen Knaben, s. 63 bis 97 ff.〉 ein vollständig analysiertes, individuelles Spiel mit, eine Symptomhandlung des kleinen Hans mit ausgesprochenem Spielcharakter, dessen Bedeutung für die Analyse des Spieles ich erst während meiner Spieluntersuchungen erkannt habe. Ebenso habe ich noch später einen kurzen, jedoch vielsagenden Hinweis Freuds in »Totem und Tabu« kennen und würdigen gelernt, daß das Spiel »eine motorische Halluzination« sei. Beide auf dem gleichen Wege gefundenen Meilensteine betrachte ich als Beweise für die Richtigkeit des eingeschlagenen Weges.
Der kleine Hans spielt unermüdlich mit einer Gummipuppe. Er steckt ein Taschenmesser der Mutter durch ein Quietschloch in den Bauch der Puppe, reißt dann ihre Füße auseinander und läßt so das Messer wieder fallen. Bei diesem Spiel fällt zunächst seine lusterzeugende Natur auf, schon aus dem Grunde, da das Spiel unermüdlich wiederho