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Dr. Karl Abraham macht auf einen kleinen Artikel aufmerksam, den Hans Baldrian unter obigem Titel in der »Vossischen Zeitung« vom 6. Februar 1919 veröffentlicht. Als Einleitung schickt der Verfasser folgende Worte voraus:
»Der kleine und nur sehr flüchtig gewaschene Straßenjunge, der die Veranlassung zu dieser Bemerkung ist, verdiente sehr wohl mit Namens-nennung in ein wissenschaftliches Werk über Psychoanalyse, besonders über unbewußte Wort- und Witzbildung, aufgenommen zu werden. Sein Ausspruch, der solchen Ruhmes wert ist, muß als ein klassisches Beispiel für die hochentwiokelten Assoziations- und Wortbildungskräfte des siebenjährigen Paule Schmidt öffentlich verzeichnet werden.«
Hans Baldrian verweist nun insbesondere auf die psychoanalytischen Untersuchungen Professor Freuds, welche die Psychogenese des Witzes und seine Beziehung zum Unbewußten beleuchten, und erzählt als in dieses Gebiet gehörend, folgende kleine Anekdote:
Einen höchstens sechsjährigen Knaben in sehr guter Kleidung, mit Pelzmütze und Pelzjacke stolz einherschreitend, umringen mehrere gleichaltrige Jungen, sehr ausgelassen, aber in ärmlichen Anzügen, meist nur in blaugrüner Wolljacke und mit verschlissenen Soldatenmützen auf den kurzgeschorenen Köpfen. Als ich heute an dieser Gruppe vorüberging, schrie einer der Jungen, ein etwas größerer, aber höchstens siebenjähriger, laut zu dem in der Mitte:
»Ach, du dreikeesiger Neesehoch!«
Ich war über diese kühne Neubildung so erstaunt und betroffen, daß ich erst einige Zeit nachdenken mußte, während die Spielgenossen des Rufers die ganz neuartige Schmähung schon aufgenommen hatten und im Chore übermütig wiederholten:
»Ach, du dreikeesiger| Neesehoch!«
Wissen Sie denn, was alles dazu gehört, diesen wunderbaren Satz zu bilden? Bedenken Sie: ein Junge, gereizt durch das stolze Betragen eines lediglich Bessergekleideten, unternimmt es, durch einen Witz, dargestellt durch eine komische, weil völlig ungewöhnliche Wortbildung, ein Erzeugnis seines rasch und sicher a