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»… sehet, das ist Oedipus,der entwirrt die hohen Rätsel …«
Die Leser der »Imago« finden auf dem Umschlage dieses Heftes eine kleine Zeichnung, die nach einem Vorschlage von Otto Rank alle Veröffentlichungen des Internationalen Psychoanalytischen Verlages schmücken wird. Sie stellt Oedipus dar, den Blick fest und unerschrocken auf seine furchtbare Gegnerin gerichtet.
S. Ferenczi hat in einem schönen Artikel2 auf eine Stelle in Schopenhauers Briefen hingewiesen, in welcher der Philosoph den thebanischen Heros als Vorbild jedes ernsten Forschers rühmt, der unbekümmert um sein Wohl und Wehe die Wahrheit sucht.
Die Psychoanalyse, die, ohne Rücksicht auf alte, liebgewordene Vorurteile der Kulturmenschheit zu nehmen, gezeigt hat, von welcher Art die tiefsten seelischen Regungen sind, hat auch die verborgene, allgemeinmenschliche Bedeutung des Oedipusmythus aufgedeckt. Sie hat uns erkennen lassen, daß in der antiken Sage die zwei mächtigen urzeitlichen Wünsche, die für die Entwicklung des einzelnen und der Völker von entscheidender Bedeutung werden, erfüllt erscheinen.