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John Meier, der bedeutende Volksliedforscher, welcher das Zersingen in den Mittelpunkt seiner Studien gerückt hat, hat in der Einleitung des Buches »Kunstlieder im Volksmunde« seine Anschauung über die Möglichkeit der Lösung dieses Problems dahin zusammengefaßt, daß er sagt, unsere Aufgabe sei es gar nicht, nach der Lösung dieser Frage zu suchen, unsere Aufgabe sei vielmehr nur die, möglichst viel Material für jenen zusammenzutragen, welcher in späterer Zeit die Lösung bringen soll. Wir seien nur Hilfsarbeiter jenes Späten, welche die Steine auf dem Bauplatz zusammentragen, mit welchen dieser das Gebäude aufführen wird. »Was wir brauchen, sind praktische Untersuchungen und nicht apriorische Spekulationen und Philosopheme, die nur verwirren. Wir haben den Philosophen durch unsere Forschungen erst das Material zu liefern, das sie dann, aber auch erst dann, verwerten mögen.1« Diese Hilfsarbeit hat er dann glänzend organisiert und die Griffe derselben an einigen Beispielen vorgezeigt, welche seine Volksliedstudien enthalten. Die Volksliedstudien zeigen ihn hart gegen die Einwürfe seiner Kritiker, aber fest auf dem Standpunkt verharrend, welchen er einmal eingenommen hat2. Goethes Spruch ist vorangestellt: »Es ist mit Meinungen, die man wagt, wie mit Steinen, die man voran im Brette bewegt; sie können geschlagen werden, aber sie haben ein Spiel eingeleitet, das gewonnen wird.« John Meier fühlt sich als solcher Stein, der sich opfern muß, um dem Spiele, dem Ganzen den Sieg zu gewinnen.
Ist es bei John Meier Stolz auf das Geleistete, den er in diesen bescheidenen Satz kleidet, so wäre es von mir Vermessenheit, denselben als Motto zu nehmen. Auch meine Meinung ist einem Steine gleich, den man im Spiele bewegt. Ob die Züge des Spielers gut sind, weiß ich jedoch noch nicht. Ich will den Eröffnungszug machen.
Wie für jede Art der Untersuchung des Zersingens, ist es auch für meine das Wichtigste, geeignetes Material zusammenzustellen.