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In einer Studie über das Zersingen, dem Vergessen und Erinnern der Volkslieder ein besonderes Kapitel zu widmen, ist nicht berechtigt. Die Besprechung des Vergessens und Erinnerns ist eigentlich mit der der Verdichtung, der Verschiebung abgetan. Ist doch die Verdichtung z. B. nichts anderes als das Vergessen eines Teiles des Liedes und das Dafürerinnern eines anderen. Hat man daher einmal die Verdichtung als etwas Zweckentsprechendes erkannt, so muß man auch dem Vergessen und Erinnern der Volkslieder und seiner Teile Zweck zuerkennen, muß es aus dem Bereich des Zufälligen emporheben in den des Absichtlichen, nicht in das des Bewußt- aber in das des Unbewußtabsichtlichen.
Würde der Zweck meiner Arbeit eine Psychologie der Volksdichtung sein, so würde ich jetzt den Nachweis erbringen, daß die Auswahl der in einer bestimmten Situation gesungenen Lieder selbst ebenfalls keine zufällige ist, daß der Sänger nicht jene Lieder singt, welche er will, sondern welche er muß. Beispiele zu dieser Behauptung zu erbringen, wäre leicht2. Da das Ziel meiner Arbeit