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Seelenstoff.
Bisher haben wir bei der Deutung dieser Bräuche die Seele mit keinem Worte erwähnt, sind also von den beiden großen ethnologischen Strömungen unserer Zeit dem Präanimismus gefolgt. Wir waren uns aber doch immerhin dessen bewußt, daß wir einen Boden betreten haben, den man neuerdings unter der erklärenden Rubrik »Seelenstoff« zusammenfaßt. Der erste, der diesen Begriff ausführlich verwertete, war der holländische Missionär Kruijt, der seinerseits den Ausdruck einem Vorschlag von Chantepie de la Saussaye verdankt2. So sagt z. B. Krusius über die Maguzava: »In allen Ausscheidungen des Menschen ist Seelenstoff, wie im Schweiß, im Speichel, vor allem natürlich im Blut. Ferner in den Fingernägeln und Haaren, deren Wachstum 〈Leben〉 auf reichen Seelenstoff schließen läßt. Daher werden auch alle diese Dinge unschädlich gemacht. Speichel wird mit Erde bedeckt, Haare werden vergraben usw.« Auch Teile der Kleidung geben wirksame »Medizin« her, weil sich der Seelenstoff in den Ausscheidungen, den Kleidern mitteilt. Solche Medizin wirkt aber nur, wenn der übrige Teil der Kleidung weiter getragen wird«3. Ähnlich sagt Meyer über die Barundi: »Die magische Gewalt über andere Menschen oder über deren Vieh und anderen Besitz gewinnen diese Abarosi 〈Zauberer〉 dadurch, daß sie sich ein Stückchen vom Körper des anderen, also etwas vom Haar, vom Fingernagel, Sputum, Samen, Urin aneignen, oder vom Mist der Rinder, vom Stroh der Hüte, vom Erdboden der Felder«4, denn mit alledem bekommt er ja