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Das Buch des Tübinger Professors ist aus akademischen Vorträgen über Religionspsyehologie hervorgegangen. Nachdem Österreich das Wesen der Religionspsychologie kurz besprochen hat, behandelt er im Hauptteil »Die Formen der Offenbarung« Visionen, Glossolafie, Inspirationszustände und seelisdche Innenoffenbarungen. Ein dritter kurzer Abschnitt ist den Entwicklungsstufen der Religiosität gewidmet. Der Schluß wird durch eine Betrachtung über »parapsychologischZukunftsprobleme der Religionspsychologie« gebildet, die in dee n Psychical Researchi, wie sie James, Richet, Flournoy, Dürr und Dessoir befürworten, eine heuristische Methode von Wert erblickt. Die Psychoanalyse ist nur durch Pfisters Glossolaiearbeit in der kritischen Übersicht vertreten. Hat sich der Autor hier noch Zurückhaltung im Urteil auferlegt, so hat er später 〈»Vossische Zeitung« 1920〉 solche Schranken fallen gelassen und die Totemtheorie Freuds durch einige forciert burschikose Spaße ad absurdum führen wollen. Gegenüber solcher kritischen Haltung wollen wir loyal anerkennen, daß sein eigenes Buch dutch leichtfaßliche Diktion, gutgewählte Zitate und reiche Literaturangaben ausgezeichnet ist und für die intellektuell anspruchsloseren seiner Studenten als eine vorzügliche Einführung in die Probleme der Religionspsychologie gelten darf.
Th. Reik.