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Die mythische Gestalt von OKnos, dem »Zauderer«, der hilflos versonnen dasitzt, nach einer anderen Variante ein Seil flicht, während die neben ihm stehende Eselin auf der anderen Seite das Seil wieder wegfrißt, ist neben Sisyphus und Tantalos und den Danaiden wohl die bemerkenswerteste Unterweltgestalt, Wilarmawitz sah in ihm einen Hamlet, den Büßer »des Mangels an sittlichem Mute, zu tun, was man für recht hält«. Rohde sah im fruchtlosen Bemühen des Oknos »eine Parodie, halb scherzhaft, halb wehmütig, auf jene homerischen Gestalten des Sisyphos und Tantalos, ein kleinbürgerliches Gegenstück zu jener homerischen Aristokratie der Götterfeinde«. Dem Verfasser erscheint die Geschichte und ihre Versetzung jn die Unterwelt »die evidente Spiegelung einer Traumphantasie, die wohl zu den allerhäufigsten gehören mag und jedem aus eigener Erfahrung bekannt sein wird. Man pflegt sie den Behinderungstraum zu nennen. Wir befinden uns in irgend einer Situation, wo es zu handeln gilt: wir sind uns dessen bewußt und doch stehen wir müßig und hilflos … usw.«
Aus der neueren Literatur zitiert der Verfasser als Beispiel eines »Behinderungstraumes« den Traum in Jeremias Gotthelfs »Ui der Knecht« am Anfang des achten Kapitels. Bei den Alten ist bei Homer des Hektors grauenhaftes Rennen um sein Leben dem Traume verglichen. 〈Ilias XXII, 199: ὡϛ δ'ἐν ὀνείϱῳ … usw.〉 Virgil übernimmt den Vergleich und steigert ihn:
Ac velut in somnis, oculos ubi languida presslt nocte quies nequiquam avidos extendere cursus velle videmur et in mediis conatibus aegri succidimus; non lingua valet, non corpore notae sufficiunt vires, nee vox aut verba sequuntur: sic … usw.
Eine Bestätigung dafür, daß die Gestalt des Oknos »aus der Erfahrung im gebundenen Leben im Traume« geschaffen und in die Unterwelt versetzt ist, sieht der Verfasser auch in einer indischen Parallelgestalt: in den indischen Jatakas erscheint der unglückselige Seilflechter als das siebente Traumbild des Königs der Koçala.
In der Kenntnis der Liter