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Wir finden das religiöse Gefühl mit allen seinen Variationen schon beim Kinde. Es entsteht dort von selbst, wo die Nachahmung der Umgebung keine Rolle spielt. Der Autor zählt einige der zur Erklärung dieses Gefühls vorgeschlagenen Theorien auf: Die »erotogene« Theorie von Binet-Sanglé und die von Schroeder, die bekanntlich dem Christentum feindlich ist und nach welcher Sexuallust und religiöse Ekstase identisch seien. James zeige in einem Kapitel seines Buches »Die religiöse Erfahrung« 〈1902〉 die Unzulänglichkeit dieser Theorie, aber die Lösung, die er vorschlage, sei ebenso unzulänglich. Stanley Hall stelle die Übereinstimmung zwischen der Entwicklung der individuellen Religion und den Empfindungen gegenüber dem anderen Geschlecht fest. Flournoy endlich und die Psychoanalyse werfen dieses Problem ganz frisch auf durch Einführung der »Sublimierung«. Aber für den Autor ist die Lösung noch nicht endgültig. Durch welche ihrer Funktionen verwandelt sich die Kindesliebe, Gattenliebe, Elternliebe, Menschenliebe in Gottesliebe? Es geschieht durch die Kindesliebe, was schon in dem geläufigen Ausdruck »kindliche