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Das infantile Sexualleben wird gemäß Freud geschildert. Das ganze sexuelle Elend der bestehenden Gesellschaftsordnung erfährt eine vernichtende, jedoch kaum ungerechte Kritik wobei nicht etwa »das bedauernswerte Umsichgreifen der Geschlechtskrankheiten«, sondern die psychosexuelle, erotisch-ethische Unzulänglichkeit
der gegenwärtigen Sexualkonstitution der Gesellschaft die Hauptrolle einnimmt. Selbst in der Haltung des Gemeinwesens gegenüber den venerischen Seuchen tritt die Ungerechtigkeit, die grundlegende Unsittlichkeit zutage. Die reine Ehe und Familie ist ein Ideal der bürgerlichen Gesellschaft, dem sie in der Wirklichkeit ihrer Natur zufolge Hohn spricht. Überhaupt aber ist in sexualibus mit Zwang nichts zu erreichen und jedwede staatliche Kontrolle dieser Beziehungen möge abgeschafft werden. Allerdings erkennt die Verfasserin an, daß deren wünschenswerteste und sittlichste Form die Monogamie, das promtskue Geschlechtsleben immerhin eine durchaus niedrige ist. Nun aber, das Thema ist nicht »Kapitalismus und Sexualleben«, sondern »Sexualethik des Kommunismus«, was also ist der positive Vorschlag, dessen Durchführung geeignet wäre, dem Übel unserer sexuellen Rückständigkeit tatsächlich abzuhelfen? Nichts anderes als - die staatliche Erhaltung und Erziehung jeden Kindes zirka bis zum zwanzigsten Lebensjahr 〈!〉, erklärt sich die Verfasserin in schlichter Kürze. Sodann folgt ein Programm, das neben diesem Hauptpunkt etliche humanitäre und hygienische Forderungen enthält. 〈Keine Art des Inzesrs soll Friedländer nach bestraft werden!〉 Es folgt noch die Wiedergabe des transitorisehen Familien- und Eherechts in Sowjetrußland.
Wir vernehmen also einen konkreten Vorschlag, über dessen Unsinnigkeit, Unsittlichkeit und unvergleichbare Inferiorität selbst gegenüber dem mit Recht geschmähten gegenwärtigen Zustande gar kein Wort verloren werden mag. Lediglich darauf sei aufmerksam gemacht, daß eben die psychoanalytische Erkenntnis der kindlichen Sexualität alles andere mehr