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Einleitung.
Die Idee der sexuellen Aufklärung der Kinder gewinnt immer mehr an Boden, Die mancherorten auch durch die Schulen eingeleitete Aurklärungsaktion bezweckt, die im Pubertätsalter stehenden Kinder vor realen, durch die Unkenntnis vergrößerten Gefahren zu bewahren, und auf dieser einleuchtenden Grundlage hat die Idee auch am meisten Verständnis und Anhängerschaft gewonnen. Die durch die Psychoanalyse gefundenen Erkenntnisse verweisen aber auf die Notwendigkeit, die Kinder vom zartesten Alter an — wenn auch nicht »aufzuklären« — so doch in einer Weise zu erziehen, die eine eigentliche Aufklärung überflüssig macht, weil sie die vollkommenste, dem Entwicklungsgang des Kindes sich anpassende, naturgemäßeste Autklärung in sich begreift. Die aus den Erfahrungen der Psychoanalyse unabweisbar sich aufdrängenden Folgerungen gebieten, die Kinder nach Möglichkeit vor überstarker Verdrängung — und damit sei es vor Krankheit, sei es vor ungünstiger Charakterentwicklung — zu bewahren. Der gewiß begründeten Absicht, tatsächlichen, respektive sichtbaren Gefahren durch das Wissen zu begegnen, setzt also die Analyse die Forderung an die Seite, ebenfalls tatsächliche, wenn auch nicht sichtbare 〈weil als solche nicht erkannte〉 aber viel allgemeinere, tiefer gehendere und deshalb viel beachtenswertere Gefahren zu verhüten. Die Ergebnisse der Psychoanalyse — die in jedem einzelnen Falle immer wieder in die Kinderzeit zurückführen zu den Verdrängungen der kindlichen Sexualität als den Ursachen späterer Erkrankung oder der auch in jedem normalen Seelenleben mehr oder weniger wirksamen krankhaften Elemente oder Hemmungen — weisen uns deutlich den zu betretenden Weg. Wir können dem Kinde übergroße Verdrängung ersparen, indem