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Eidolon.
So heißt die frei und sichtbar gewordene Seele, das Abbild des Menschen, im homerischen Zeitalter2. Der Mensch ist eigentlich zweimal da: in dem lebendigen, leiblichen Menschen wohnt die Seele als ein fremder Gast, ein schwächerer Doppelgänger3. Diese Selbstverdopplung des hellenischen Altertums und des primitiven Menschen findet sich auch, stufenweise mehr oder minder ausgeprägt, beim normalen, neurotischen und psychotischen Kulturmenschen und wird von Freud, um damit die Quelle des Selbstsehens in der Selbstliebe zu bezeichnen, Narzißmus genannt4. »Wir bilden so die Vorstellung einer ursprünglichen Libidobesetzung des Ichs, von der später an die Objekte abgegeben wird, die aber im Grunde genommen verbleibt und sich zu den Objektbesetzungen verhält, wie der Körper eines Protoplasmatierchens zu den von ihm ausgeschickten Pseudopodien«5. Zum Autoerotisms muß noch etwas, eine neue psychische Aktion, hinzukommen, um den Narzißmus zu gestalten6. Streng genommen dürfte es sich um zwei psychische Akte handeln; der eine wäre die Summierung der Erogeneität der erogenen Zonen und Organe, die libidinöse Grundlage des aufdämmernden Ichbewußtseins. Nach einer Periode der Zerstückelung im Autoerotismus wird die Einheit entdeckt, bezüglicherweise wiederentdeckt. Diese Stufe ist eigentlich schon eine narzißtische zu nennen und sie wäre, wie oben betont, in der Vorstellung einer Körperseele vertreten. Damit rückt aber die Tendenz der erotisch bedingten Selbstidealisierung gefährlich nahe an die Schwelle des Bewußtseins