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Eine außerordentlich wertvolle, klar und übersichtlich angeordnete Materialsammlung, die in keiner psychoanalytischen Bibliothek fehlen sollte. Der Autor begnügt sich in weiser Beschränkung hauptsächlich mit der Darlegung des Materials, ohne viel Erklärungen und Deutungen hinzufügen zu wollen.
Er beginnt mit einer Beschreibung des weitverbreiteten Glaubens an das Mana, die Macht, das Weltgeschehen auf übernatürlichem Wege zu beeinflussen,
ein Begriff, der sich wahrscheinlich mit der von der Psychoanalyse sogenannten »Allmacht der Gedanken« deckt. Er zeigt, wie diese Kraft zuerst konkreten Körperbestandteilen, wie dem Blut, den Haaren, Zähnen, den Körpersäften etc, später weniger materiellen Dingen, wie dem Bild, dem Schatten, Spiegelbild, Echo zugeschrieben wurde und findet von da aus den Übergang zu dem Hauptthema des Buches, den Vorstellungen von magischer Kraft, die mit allen Arten von Namen in Verbindung gebracht werden. Hier bespricht er in einzelnen Kapiteln das Verhalten gegenüber dem eigenen Namen und den Namen von Verwandten, Geburts- und Initiationsnamen, Euphemismen, Königs-, Priester- und Götternamen und den Namen von Verstorbenen. Wir erfahren, daß der Primitive dem Namen eine außerordentlich große Bedeutung zuerkennt, ihn einerseits als etwas Konkretes und Selbständiges und anderseits als den vollgültigen Vertreter der Person selbst behandelt. So findet sich z. B. der Glauben, daß es sicherer ist, seinen Namen verborgen zu halten, und daß ein Feind durch Kenntnis des Namens Macht über einen erhält, über die ganze Welt verbreitet.
Der Autor, dessen Arbeitsgebiet die Anthropologie und Folkloristik ist, entnimmt sein Material hauptsächlich dem Leben der primitiven Völker und der Bauern und versäumt es, auch die Beispiele heranzuziehen, die sich bei den kulturell hochstehenden Ständen und Nationen auffinden ließen. So können wir uns mit seiner Äußerung, daß »für den Kulturmenschen der Name nur eine notwendige Etikette ist« nicht einverstanden erklären. Jed