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In seinem Buche verfolgt der Autor, gestützt auf eine erstaunlich reiche und gründliche Material-, Quellen- und Literaturforschung ein entwicklungsgeschichtliches Prinzip durch die ornamentalen Bildungen der Musik, das für den Analytiker um so mehr von Interesse sein muß, da erstens diese Entwicklung viele Übereinstimmungen und merkwürdigen Parallelismus mit der Entwicklung der menschlichen Triebe, besonders des am besten studierten Sexualtriebes aufweist, zweitens, da der Verfasser zur Ausfüllung bisher unüberbrückbarer theoretischer Lücken psychoanalytische Erfahrungen und Ansichten reichlich und mit offensichtlichem Erfolg anwendet.
Im I. 〈formell-analytischen〉 Hauptteil faßt Lach die in der modernen Musik, sowie aus der primitiven und Kindermusik oder aus der Musikgeschichte bekannten Ornamenttypen ins Auge, nachdem er bestimmte Eigenschaften derselben festgesetzt hatte, welche — allem musikalischen Ornament gemeinsam — entsprechend der verschiedenen Anteilnahme dieser Momente an der Ornamentbildung geeignet sind, ihnen rein morphologisch in einer Entwicklungsreihe verschiedene Entwicklungsgrade mit großer Evidenz anzuweisen. Die drei Momente sind: 1. Das primitive Moment, entsprechend dem Schwelgen in der sinnlichen Wirkung des Stofflichen, hier also in der des Tones/ 2. Das primär-ästhetische Moment, das nach dem Verlassen der primitiven, rein sinnlichen Stufe zum Wohlgefallen an der Gruppierung, Symmetrie und Parallelismus der Töne führt 〈das also einerseits schon Keime einer Konstruktionstendenz aufweist, anderseits noch immer ein Haftenbleiben am einzelnen, sinnlich erregenden Ton und eine Gruppierung der Töne um denselben bedeutet〉, und 3. das architektonische Moment, das am musikalischen Ornament wirkend, diesem zu immer freieren konstruktiven Bogenbildungen verhilft und das Überfließen der Ornamentik in die Melodienbildung par excellence zur Folge hat. 〈Auf dieser Stufe entfernt sich die ornamentale Melodie am weitesten von der einfachen, sinnlichen Freud